Das Jahr mit den vielen Rekorden für die Schweizer Banken

«Das Nullzinsszenario ist eigentlich das schwierigste, schwieriger als negative Zinsen. Da kann man dann wieder agieren», sagte Urs Baumann, CEO der Zürcher Kantonalbank (ZKB) bei der Präsentation des Abschlusses. Die Schweizerische Nationalbank SNB hat den Leitzins bekanntlich im vergangenen Juni auf Null gesenkt. Trotzdem meldet die grösste Schweizer Kantonalbank einen Rekord-Reingewinn von 1,2 Milliarden Franken – nochmals 10 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das wichtige Netto-Zinsgeschäft der ZKB blieb praktisch konstant, dies nicht zuletzt wegen deutlich tieferen Wertberichtigungen. Eher überraschende Rekordgewinne gab es beispielsweise bei der Luzerner, der Zuger und der Thurgauer Kantonalbank. Gegen den Trend konnten diese Institute die Einnahmen auch im Zinsgeschäft nochmals steigern, dazu kommen jeweils höhere Einnahmen bei Dienstleistungen und Kommissionen; siehe auch separater Artikel.

Viel frisches Geld

Die einzig verbliebene Grossbank, die UBS, verweist im Abschluss auf das verwaltete Vermögen von über 7 Billionen Dollar. Das sind nochmals 15 Prozent mehr als im Vorjahr und ein Allzeithoch für die kombinierte Grossbank. Klar halfen (allen) Banken die Marktperformance, dazu kamen die Neugelder, die von Institut zu Institut unterschiedlich ausfielen. Die Abflüsse aus der Region Americas bei der UBS haben die Investoren kurz erschreckt, alle übrigen Regionen wiesen Zuflüsse aus. Für 2025 ergeben sich Netto-Neugelder von 101 Milliarden Dollar oder eine annualisierte Wachstumsrate von 2,4 Prozent.

Im Schweizer Geschäft litt die UBS unter den tiefen Zinsen: Der Gesamtertrag sank um 8 Prozent auf 1'830 Millionen Franken. Sie hat im vergangenen Jahr in der Schweiz Kredite von insgesamt 80 Milliarden Franken neu gewährt oder verlängert.  

Viele neue Kunden

Auch die Migrosbank ist ein grosser Player im Hypothekengeschäft.

Im Zinsgeschäft verharrte der Nettoerfolg bei 599,2 Millionen auf Vorjahresniveau, der Bestand an Hypotheken stieg um 2,7 Prozent auf 48,2 Milliarden Franken. Insgesamt sei die Zahl der Kunden um über 50'000 oder gut 4 Prozent gestiegen, das ist eindrücklich, aber weit weg von einem neuen Rekordwert.

Handel hilft

Die Privatbanken verdienen bekanntlich weniger am Zinsgeschäft, sondern vorab bei den Dienstleistungen und Kommissionen. Bankenspezialist Andreas Venditti von Vontobel spricht von «positiven Überraschungen» bei den Transaktionen und den entsprechenden Einnahmen. «Die starken Märkte haben klar geholfen, beim Zinsgeschäft sind die Ergebnisse etwa so wie erwartet», fasst er auf Anfrage von finews zusammen.

Bei Pictet stiegen die verwalteten oder verwahrten Vermögen um 4,5 Prozent auf 757 Milliarden Franken – , praktisch alle kleineren Privatbanken melden ebenfalls Rekorde bei den Assets. Die Nettoneugelder der Gruppe beliefen sich 2025 auf insgesamt 19 Milliarden Franken. Das war der höchste Wert seit 2021 und deutlich mehr als noch im Vorjahr mit 11 Milliarden Franken.

Asien bleibt wichtig

Julius Bär als Nummer 2 bei den Schweizer Privatbanken profitierte von Netto-Neugeldern in der Höhe von 14,4 Milliarden Franken, das war praktisch gleich viel wie 2024. Am meisten zusätzliche Gelder kamen aus Asien, aber auch Europa und insbesondere Deutschland sowie die Vereinigten Arabischen Emirate waren laut CEO Stefan Bollinger «starke Märkte». 

Wie in den vergangenen Jahren erzielte EFG International 2025 wiederum diverse Rekorde. Der Neugeldzufluss von 11,3 Milliarden Franken war der höchste Wert seit der globalen Finanzkrise und ergibt eine eindrückliche Wachstumsrate von 6,8 Prozent. Auch hier half vor allem das Geschäft in Asien, aber auch in Americas resultierte ein Plus von über 3,3 Milliarden Franken. Die verwalteten Vermögen kletterten bei EFG auf ein Allzeithoch von 185,0 Milliarden Franken, gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von 12 Prozent.

Anderes Tempo

Etwas gemächlicher entwickelt sich das Geschäft bei der Genfer Lombard Odier. Hier stiegen die Assets under Management um 3,7 Prozent auf einen Rekordwert von 223 Milliarden Franken. Lombard Odier macht keine detaillierten Angaben zum Wachstum in den verschiedenen Märkten, auch nicht zum Neugeld.

Die Privatbank Union Bancaire Privée (UBP) generierte im Geschäftsjahr 2025 Netto-Neugelder von 2,7 Milliarden Franken – exklusive Akquisitionseffekt, durch die Integration des Private-Banking-Geschäfts von Société Générale in der Schweiz und im Vereinigten Königreich. Die Erträge der Bank summierten sich auf 1,51 Milliarden Franken (+12,5 Prozent). Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, der mehr als die Hälfte der Erträge beisteuert, legte gleich um 13 Prozent zu.

Dollar drückt

Bei Vontobel gab es im Geschäft mit Privatkunden ein Plus von fast 6 Milliarden Franken beim Neugeld, gleichzeitig floss bei den institutionellen Kunden noch immer Geld ab. Mit 1,6 Milliarden Franken fiel der Rückgang etwas weniger stark aus als befürchtet.

Die verwalteten Vermögen lagen Ende Jahr bei 241 Milliarden Franken, was einem Anstieg von 5 Prozent entspricht. Geholfen hat hier die Entwicklung in allen Regionen, insbesondere die starke Nachfrage in den USA. Auf der anderen Seite ergeben sich durch den schwachen Dollar negative Wechselkurseffekte von gut 10 Milliarden Franken.